A short retrospective / Kurze Retrospektive

(Deutscher Text weiter unten)

I have always found the forms encountered in nature to be the most powerful carriers of meaning. My work is all about isolating and manipulating those forms in order to reveal it.

I work in series and, at first glance, it may seem that I have ventured into different means and mediums through the years. This first impression, however, is dissolved upon a closer look, as one discovers that there is a single aim which characterises my entire body of work, which is to give visual form to and evoke memories of specific emotional states, namely those related to experiences where overcoming fragility with fortitude is imperative for survival. The intertwined elements of fragility and strength inherent in man remain at the core of my interest throughout the evolution of my work. My pictorial means are consciously figurative and used to direct the viewer to associations. However, I do not rely on narration of particular events. My images are atemporal and spatial relations are often ambiguous, as in a dream or a scene drawn from memory.

In my work up to 2015, man has been the protagonist (Within Walls series, The Precept of the Fields series). It was within the human figure that the conflict between vulnerability and fortitude was taking place. However, already in 2012, in the series The Precept of the Fields, there were signs that the theatre of this battle was about to be transferred from within the human figure to nature. In these works, the heavy psychological load, too much for the protagonist to bear, is unloaded onto the twists and turns of the bodies of vines. Like an act of exorcism, the conflict is released to consume itself on the trees.  In Phoinix and Branch, like in Remedy, lies hope. The Precept of the Fields is an appeal to nature’s power to rise anew from its ashes, and my protagonist hopes to rise anew with it.

Between 2015 and 2017 (ongoing series The Dwelling), my images turn even deeper into nature. Human figuration is no longer to be seen and it is left to the viewer to infer that it was once present. The subject matter here is nature’s provision of an environment meeting the desire to dive and hide into the depths of some earthy place, onto some bed of leaves, for protection and healing sleep. Horizon and natural light, prominent in previous work, disappear from these paintings. Now it is about the silence and peace a wounded creature needs in order to recover from its injuries. There is no perspective in these images, which allude to underground or underwater environments. They are viewed from above, as if by a spirit contemplating its resting place.

With the most recent work, another transition takes place (from The Dwelling to the Ashes to Ashes ongoing series). The gaze is lifted from the depths, and directed to open space. Large paintings, drawings and mixed media compositions form a collection of images that relate to the aftermath of a struggle. Man is totally absent here and it is the natural forms which are endowed with all the expressive properties necessary. Severed tree trunks, hard, pointed remains of leaves and blossoms, all somehow drift and are blown away by the wind or a current. Where there is sky to be seen, there is light; it is unclear whether it be the twilight of setting sun or the remaining glow of some unseen fire. In a moment which seems to extend indefinitely, the broken limbs of trees and plants hover in mid-air. Their remains fall vertically through the foreground of the picture, which appears to extend into a void.

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Die Formen, die mir in der Natur begegnen, waren für mich schon immer die stärksten Bedeutungsträger. In meinem gesamten Werk geht es mir darum, diese Formen zu isolieren und zu handhaben, um ihre Bedeutung offenzulegen.

Ich arbeite in Serien, und es könnte auf den ersten Blick den Anschein haben, dass ich im Laufe der Jahre unterschiedliche Verfahren und Medien in Angriff genommen habe. Dieser erste Eindruck verflüchtigt sich jedoch beim näheren Hinsehen, denn man entdeckt, dass mein Gesamtwerk von einem einzigen Ziel charakterisiert wird: Dieses besteht darin, Erinnerungen an bestimmte Gefühlszustände eine visuelle Form zu geben und sie wachzurufen. Hierbei handeltet sich um Gefühle, die mit Erfahrungen zusammenhängen, bei denen das Überwinden der Fragilität durch Stärke für das Überleben unumgänglich ist. Diese miteinander verflochtenen Elemente Fragilität und Stärke, die dem Menschen innewohnen, stehen während der gesamten Entwicklung meines Werkes im Mittelpunkt meiner Interessen. Meine malerischen Verfahren sind bewusst figurativ; sie werden eingesetzt, um dem Betrachter den Weg zu Assoziationen zu zeigen. Ich stütze mich aber nicht darauf, bestimme Ereignisse zu erzählen. Meine Bilder sind zeitlos, und die räumlichen Beziehungen erscheinen oftmals als mehrdeutig, wie in einem Traum oder in einer erinnerten Szene.

In meinem künstlerischen Schaffen stand bis zum Jahr 2015 der Mensch im Mittelpunkt (in den Serien Within Walls und The Precept of the Fields). Unmittelbar innerhalb der menschlichen Gestalt wurde der Konflikt zwischen Verletzlichkeit und Stärke ausgetragen. Allerdings gab es bereits im Jahr 2012 in der Serie The Precept of the Fields erste Anzeichen dafür, dass sich der Schauplatz dieses Kampfes schon bald aus dem Inneren der menschlichen Gestalt in die Natur hinaus verlagern würde. In diesen Arbeiten wird die große psychologische Last, die zu schwer ist, als dass der Protagonist sie tragen könnte, auf die Windungen und Krümmungen der Stämme von Weinreben abgeladen. Wie in einem Akt des Exorzismus wird der Konflikt befreit, um auf diesen Sträuchern oder Bäumen sich selbst zu verzehren. In Phoinix and Branch liegt Hoffnung, ebenso wie auch in Remedy. Die Serie Precept of the Fields ist ein Appell an die Kraft der Natur, aus ihrer Asche wieder neu zu erstehen, und auch mein Protagonist hegt die Hoffnung, zusammen mit ihr wieder neu erstehen zu können.

Zwischen 2015 und 2017 verwandeln sich meine Bilder (in der Serie The Dwelling, die noch fortgesetzt wird) sogar noch tiefergehend in Natur. Die menschliche Figuration ist nicht mehr sichtbar, und es bleibt dem Betrachter überlassen, für sich abzuleiten, dass sie einmal vorhanden war. Die Thematik ist hier, dass die Natur eine Umwelt bereitstellt, die dem Wunsch entspricht, unterzutauchen und sich in den Tiefen eines irdischen Ortes zu verbergen, auf einem Bett aus Blättern, um dort Schutz und heilenden Schlaf zu finden. Der Horizont und das natürliche Licht, die in früheren Arbeiten ins Auge fielen, verschwinden aus diesen Gemälden. Nun geht es um die Stille und den Frieden, die ein verwundetes Lebewesen benötigt, um sich von ihren Verletzungen zu erholen. Es gibt keine Perspektive in diesen Bildern, die auf Bereiche unter der Erde oder unterhalb des Wassers verweisen. Sie werden von oben aus gesehen, wie von einem Geist, der seinen Ruheplatz betrachtet.

Bei den jüngsten Arbeiten findet ein anderer Übergang statt (von The Dwelling bis hin zu der Serie Ashes to Ashes, die noch fortgesetzt wird). Der Blick hebt sich aus den Tiefen und richtet sich auf den offenen Raum. Großformatige Gemälde, Zeichnungen und Mixed-Media-Kompositionen bilden einen Komplex von Bildern, die von den Nachwirkungen eines Kampfes handeln. Der Mensch ist hier völlig abwesend; die Naturformen sind ihrerseits mit allen erforderlichen expressiven Eigenschaften ausgestattet. Abgetrennte Baumstämme, harte, spitze Überreste von Blättern und Blüten – sie alle treiben irgendwie dahin und werden vom Wind weggeweht oder von einer Strömung weggetragen. Wo der Himmel zu sehen ist, dort ist Licht; es ist nicht eindeutig zu erkennen, ob es sich dabei um die Abenddämmerung oder um das noch verbliebene Glühen eines unsichtbaren Feuers handelt. In einem Augenblick, der sich grenzenlos auszudehnen scheint, schweben die gebrochenen Gliedmaßen von Bäumen und Pflanzen inmitten der Luft. Ihre Überreste fallen vertikal durch den Vordergrund des Bildes, der sich in eine Leere hinein auszudehnen scheint.

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